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Korsika Reisebericht 2008

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Beitraege

Korsika 2008

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[jakob the Käfer auf dem Taravo]

Ostern ist 2008 aber früh, hieß es überall aus Paddlers Munde. Gut so - haben wir uns gedacht. Denn bei uns brennt ab April immer das Büro und so kommt uns Ostern im März sehr gelegen.

Also haben Nadja, Micha, Hennef und Ich uns entschieden, den langen Weg über französische Autobahnen nach Nizza anzutreten, um dort die Fähre nach Bastia zu nehmen. Die Überfahrt gestaltet sich in diesem Jahr deutlich ruppiger als in den Vergangenen. Die Fähre schaukelt über die Wogen des Mittelmeeres und wir sind froh, nach viereinhalb Stunden korsischen Boden unter den Füßen zu haben. Kaum von der Fähre gerollt stehen wir gute zwei Stunden später am Asco. die Enttäuschung ist groß: Zwar liegt auf den Bergen Korsikas deutlich mehr Schnee als in den vergangenen Jahren, doch ist der Asco ziemlich trocken. Wir fahren weiter zum Vecchio, auch hier sieht es mit dem Wasser etwas mau aus. Also bauen wir doch erstmal die Zelte am Campingplatz "Ernella" am Tavignano auf.

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[Blick auf die korsischen Berge im Inland]

Am nächsten Tag brennt die Sonne. Wir beschließen nach einem lecker Käffchen einen Blick in den Bach zu werfen. Der Wasserstand sieht gut aus und wir beschließen, die Kurzarm-Paddeljacke zu entstauben und den Urlaub entspannt auf dem wunderschönen Tavignano zu beginnen. Hennef holt sich den ersten Sonnenbrand des Jahres und wir merken schnell, dass es ganz gut ist nach einem trockenen Winter in der Eifel den Oster-Urlaub mit einem verhältnismäßig leichtem Bach zu starten. Nach dem Tavignano hängen wir noch schnell den unteren Vecchio dran. Hier ist es zwar was schrabbelig, durch die Sonne ist der Bach aber einige Zentimeter höher als am Vortag.

Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir fahren über die Insel an die Westküste, zum Taravo. Wir finden den Bach bei einem niedrigen aber paddelbaren Wasserstand vor. Wir beschließen mit der einfachsten, dritten Etappe zu starten um dann am folgenden Tag die obere Etappe dranzuhängen. Der Taravo macht immer wieder Spaß, er fließt in einer schönen, tiefen Schlucht, die Schwierigkeiten belaufen sich dabei immer auf Wildwasser III und IV, mit einigen schwierigeren Stellen.

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[Nadja im ersten lustigen Stüfchen auf dem Taravo, dritte Etappe]

In der Nacht ändert sich schlagartig das Wetter. Es wird stürmisch und deutlich kühler. Zwar steht für den nächsten Tag der Codi auf dem Programm, doch als wir am Einstieg von Eisregen überrascht werden, entschließen wir uns für eine Weiterfahrt zum Travo. Nicht so Anne, Simon und Jakob, die trotz der Kälte in den Codi einsteigen - Respekt!

Am Travo angekommen treffen wir am Ausstieg des Standard-Stücks die Verfechter der sportlichen Linie. Diese haben einen haufen Bier dabei. Dieses Ereignis zelebrieren wir bis spät in die Nacht mit Lagerfeuer und Wurst-Eintopf aus der Dose. Auch die obligatorischen Heldengeschichten fehlen natürlich nicht.

Am nächsten Tag sinken die Temperaturen erneut. Wir fahren morgens zum Supermarkt um für das Frühstück einzukaufen (und um unsere Bierschulden zu begleichen). Doch der kalte Wind treibt und die Lust auf die persönliche Travo-Erstbefahrung aus den Knochen. Wir entschließen also spontan zum Fium Orbo zu fahren, da dieser weit weniger anstrengend und deutlich kürzer ist als der Travo. Am Fium Orbo haben wir verdammt wenig Wasser, trotzdem ist die „Defile de Strette“ wunderschön und wir haben einen kühlen aber tollen Tag.

Nach fünf Tagen ohne fließend Wasser beschließen wir, erneut den Campingplatz Ernella aufzusuchen um zu duschen und um abends in Corte ne Pizza essen zu gehen.

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[Hennef auf dem Asco, Nadja auf dem Asco, Nadja auf dem Codi]

In dieser Nacht regnet es wie aus Kübeln. Und es stürmt! Die Schneefallgrenze pendelt sich irgendwo auf Höhe Corte ein. Aufgrund dieser ungemütlichen Gegebenheiten steigt der Tavignano um einen knappen Meter. Am Einstieg, wo sonst Kiesbänke die Ufer säumen, ist nur noch braunes Wasser. Wir freuen uns und paddeln los. Vom Campingplatz geht es über den heute schnell fließenden Stausee bis zur Staumauer. Diese sehe ich zum ersten Mal komplett überspült, sogar die Bootsrutsche auf der rechten Seite ist randgefüllt mit Wasser. Uns beschleicht sogar die Angst, man könne im hohen Bogen aus der Bootsrutsche hinausfliegen da das Wasser teilweise bedrohlich über die Seiten der Rutsche Schwappt. Jakob fast sich ein Herz und befährt als Erster die Rutsche. Als wir sehen dass alles gut geht, folgen wir ihm.

Im Tavignano brodelt es. Ich bin den Bach schon viele Male gefahren, so voll habe ich ihn aber noch nie gesehen. Wir freuen uns! Denn der Tavignano ist ein gutes Stück anspruchsvoller als bei normalem Pegel. Besonders in der Schlucht, wo der Fluss sich normalerweise auf knapp 2 Meter verengt, wird es ausgesprochen pilzig und wuchtig. In der engen Kernstelle der Tavignano-Schlucht haben wir knapp zweieinhalb Meter mehr Wasser als bei unserer ersten Fahrt, fünf Tage zuvor.

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[Hennef auf dem Taravo und am Einstieg des Tavignano]

Wieder im Camp beschließen wir, noch einige Tage länger im Tavignano-Camp zu bleiben. Schließlich haben nun auch Vecchio, Asco, Golo und Fium Orbo gute Wasserstände.

Nach einigen Tagen und einige schöne Flussstrecken später beschließen wir, es noch einmal am Codi zu probieren. Das Wetter ist nun auch wieder deutlich besser und somit auch die Motivation deutlich höher (Eine Codi Flussbeschreibung folgt in Kürze).

Vom Codi aus wollen wir noch einmal zum Taravo. Dieser zeigt sich von seiner besten Seite, denn Wasserstand und Wetter bekommt von uns die Note „sehr gut“. Nach einem tollen Tag am oberen Taravo ziehen wir weiter. Über die Westküste fahren wir zur Liamone. Doch weil diese sehr viel Wasser führt und wir den Bach nicht kennen, wollen wir lieber mit dem einfacheren Cruzzini beginnen. Wir fahren also zum Einstieg und denken, dass der Cruzini wohl ein bisschen mehr Wasser vertragen könnte. Doch weil im Flussführer steht, dass der Cruzinin sich zu einer Schlucht verengt steigen wir auf glasklarem Wasser und bei 20 Grad Aussentemperatur ein. Der Cruzzini entpuppt sich auf den ersten Kilometern als reiner Schrabbelbach. Erst als wir an eine ziemlich kernige Stelle kommen, bei der das Wasser rechts und links an einem riesigen Stein vorbeistürzt und in ziemlich fiesen Unterspülungen verschwindet, wird die Schlucht enger und der Cruzzinin macht auf den letzten Kilometern noch einmal richtig Spaß. Hier bietet er sportliches Wildwasser im vierten Grad. Der erwähnten Kernstelle zu Beginn der Schlucht würde ich wegen der fiesen Unterspülungen eine gute fünf geben.

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[Der wilde Codi wird vom wilden Hennef bestürzt]

Wegen des hohen Wasserstandes verzichten wir auf die Befahrung der Liamone und fahren an der Küste weiter Richtung Norden. Gerne würden wir noch das Wasser des Fango unter den Kiel nehmen, doch leider erweist sich der Fango als „zu leer“ und so verbringen wir den restlichen Tag mit der Rückfahrt nach Corte. Hier gehen wir noch einmal lecker essen. Im Restaurant „U Spunta“ im Herzen der Stadt (in einem urigen Keller gelegen) gibt es hervorragende korsische und italienische Küche.

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[Vecchio, Camp an der Liamone-Mündung, Kirche]

Vollgestopft mir korsischen Leckereien verbringen wir die letzte Nacht am Strand kurz vor Bastia. Noch einmal sehen wir die korsische Sonne untergehen bevor uns die „Sardinia Regina“ am nächsten Morgen wieder auf das kalte Festland bringt und unsere Reise in Wesseling ein Ende nimmt.

Bis nächstes Jahr, Korsika!

Christian Zicke

 

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