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Korsika - der ultimative Roadtrip

Korsika - der ultimative Roadtrip

Zwischen März und Mai pilgern Paddler nach Korsika. Einige schlagen ihre Zelte auf einem der Campingplätze im Zentrum der Insel auf, denn alleine dort gibt es Flussabschnitte die einen 14-tägigen Urlaub füllen können. Doch um die gesamte Schönheit Korsikas in sich aufzusaugen, bedarf es eines Perspektivenwechsels. Am besten startet man nach einigen Tagen zum ultimativen Roadtrip über die Insel!

Anreise

Die von Paddlern am häufigsten gewählte Route nach Korsika führt über die Schweiz und Milano in die Toskana, dann in die Hafenstadt Livorno und von dort aus rüber nach Bastia. Nur wenige Kilometer entfernt vom Fähr-Hafen in Livorno gibt es einen geeigneten Caravan-Stellplatz. Somit ist eine ruhige Nacht sicher, auch ein romantischer Sonnenuntergang ist uns hier Gewiss. Die Fährfahrt nach Korsika ist mit knapp 4 Stunden überschaubar und so können wir noch am selben Tag den ersten Bach unter die Boote nehmen. Alternative Routen führen über Savona (Nachtfähre) oder über Nizza bzw. Toulon (Fähren teurer, französische Autobahngebühr happig, vor allem mit paddlertypischen Vans zahlt man sich dumm und dusselig).

Camp I -  Vecchio und Tavignano

Wenn wir in Bastia von der Fähre rollen, haben wir nur noch ein Ziel vor Augen: Paddeln! Zu diesem Zweck steuern wir die Berge an und checken die Pegel an Golo und Asco. Ist das Wasser hier gut, macht es Sinn einzubooten und die ersten Gelüste zu befriedigen. Ist das Wasser mau, fahren wir weiter zum Camp am Tavignano. Hier ist paddeln sicher. Entweder auf dem Tavignano selbst oder auf dem unteren Vecchio. Das Camp "Ernella" am Tavignano ist ein einfacher Campingplatz. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Chief of Camp "Milou" brennt schnell das Lagerfeuer und die Vorfreude auf die kommenden Tage wird immer größer...

Tipp am Rande: Wer mal so richtig in die korsische Küche eintauchen möchte und keine Angst hat deftigem Essen und rustikalem Käse hat, der sollte mal bei Milous Tocher im Campingplatz-Restaurant speisen!

Die Region rund um den Tavignano bietet sich vor allem dann an, wenn man sich auf WW III und IV einpaddeln möchte. Allein auf dem Tavignano gibt es drei Etappen mit entspanntem Wildwasser. Auf dem Vecchio wird es dank üppiger Verblockung dann das erste Mal richtig korsisch. Verfechter des fünften Schwierigkeitsgrads können sich zudem auf dem mittleren Vecchio austoben.

Ab an die Ostküste

Wir lassen das erste Camp am Tavignano hinter uns und begeben uns auf die Küstenstraße in Richtung Aléria. In dieser etwas schmucklosen kleinen Ortschaft biegen wir in Richtung Süden ab und folgen der Ostküste bis nach Ghisonaccia. Hier mündet einer der bekanntesten Ostküstenflüsse in das Mittelmeer, der Fium Orbo. Diese Fluss-Perle wartet mit traumhaftem Wildwasser auf. Besonders die Standard-Strecke, die „Defilé de Strette“, bietet neben dem tollen Wildwasser ein besonderes Plus: Diese kurze Schlucht fließt hauptsächlich durch sauber poliertes Grundgestein und ist somit bei nahezu jedem Wasserstand befahrbar. Richtig Freude bereitet dieser Abschnitt allerdings, findet man ihn gut eingeschenkt vor. Denn dann werden die Linien sauber und fair, alle Stellen sind gut zu befahren, genauso wie die seichten Zwischenstücke. Für Paddler, die ihre persönlichen Grenzen ein wenig nach oben verschieben möchten und sich an den Fium Orbo heran wagen, bietet dieser ein weiteres Schmankerl. Da der Fluss immer in der Nähe der Straße verläuft, ist ein Fahrt-Abbruch in der Regel kein Problem. Denn obwohl der Fium Orbo nur an ein oder zwei Stellen der vierten Grad überschreitet, so ist die Schlucht durch ihre Engen und unübersichtlichen Passagen eindrucksvoll genug um bei schwächeren Seelen einen Schluchtenkoller hervorzurufen.

Hat man die Defilé de Strette hinter sich geht es wieder flussab Richtung Küste. Hier kommt man an einer weiteren, sehr eindrucksvollen Schlucht mit riesigen Felsen vorbei – diese führt allerdings nie Wasser und ist nur etwas für´s Auge. Erst ab dem Kraftwerk weiter unten kann man wieder auf Wasser hoffen. Der unterste Unterlauf des Fium Orbo wartet noch einmal mit sportlichem Wildwasser im vierten Grad auf – allerdings nur dann, wenn die Kraftwerksbetreiber es gut meinen und die Tore des Stausees weit genug aufreißen – was leider nur selten vorkommt.

Wieder an der Küste angelangt fahren wir den rustikalen Campingplatz „Sol d'oro“ an. Hier bauen wir unsere Zelte auf und genießen den Abend in den Dünen des Sandstrandes.

Der König von Korsika – der Travo

Am nächsten Morgen machen uns wieder auf die Straße. Allerdings lassen wir die Zelte stehen, da wir am Abend noch einmal wiederkommen möchten. Diesmal haben wir auch nur ein paar Kilometer zu fahren, denn der wohl bekannteste Fluss Korsikas mündet nur einige Kilometer südlich unseres Camps ins Meer: Der Travo. Dieser sagenumwobene Klassiker mit seinen wunderschönen Kaskaden darf in keinem Korsika-Album fehlen. Die klassische, schwere Schluchtstrecke des Travo darf man allerdings nur Freitags fahren. Deshalb steht bei uns heute erst einmal der leichtere, untere Travo auf dem Programm. Dieser stark verblockte, technische Abschnitt des Travo bietet hauptsächlich Wildwasser im dritten Grad, hat man ordentlich Wasser im Bach wird dieser Abschnitt aber schön schnell und die Vielzahl an Stellen fordert stete Aufmerksamkeit.

Wieder im Camp ranken sich die Mythen um die Strecke von Morgen, den mittleren Travo. Dieser Abschnitt fließt weit ab der Straße durch eine tiefe Schlucht. Zu Beginn wartet der Travo mit wunderschönen Grundgesteins-Passagen auf, nach der obligatorischen Umtrage, der Pröller-Stufe wird es aber hakelig und steinig. Hier unten wünscht man sich dann einige Kubik mehr im Bachbett. Die gesamte Schluchtstrecke des Travo bietet schweres Wildwasser, hier sollten nur Paddler unterwegs sein, die sich mindestens im vierten Schwierigkeitsgrad noch richtig wohl fühlen. Zwar gibt es auch Befahrungsberichte von wahnsinnigen Tschechen die sich in Ninja-Turtel-Ausrüstung mehr schwimmend als paddelnd durch die Schlucht begeben haben, aufgrund der physikalischen Gefahren wie Rückläufen, Unterspülungen und Siphonen rät der Autor dieses Textes aber von solchen Aktion zu Gunsten der Gesundheit dringend ab.

Über die Solenzara und den Bavella-Pass zum wilden Codi

Wieder heile im Camp angekommen freuen wir uns über unsere Gesundheit und unseren schwimmfreien Tag auf dem Travo und beten für ein nächtliches Gewitter mit mindestens 40 Litern Regen pro Quadratmeter. Denn für morgen steht weniger ein sportliches Highlight auf dem Programm, als vielmehr ein landschaftlicher Kracher. Die Solenzara, ein Fluss, der fast immer trocken liegt, ist ein wunderschöner Dreier in einem landschaftlich reizvollen Tal. Findet man hier Wasser vor, bleibt viel Zeit zum Staunen und gucken, trotzdem bieten die stark verblockten Zwischenstücke immer wieder auch sportliches Wildwasser.

Doch leider bleibt diesmal der Regen aus und wir gucken in das trockene Bachbett. Aber halb so wild: Da wir nun schon ein Stück die Solenzara flussauf gefahren sind, folgen wir der Straße weiter in Richtung Barvella-Paß. Diesen landschaftlich eindrucksvolle Pass sollte man nicht verpassen, außerdem führt er uns geradewegs zum Codi, einem absoluten Highlight für alle Paddler, die auf der Insel richtig Höhenmeter machen wollen.

Der kleine Codi sieht am Einstieg überhaupt nicht nach einem echten Wildwasserbach aus. Als winziger Wald- und Wiesenbach plätschert er über ein paar Felsplatten daher. Doch hier ist Vorsicht geboten. Auf keinen Fall sollte man sich mit dem Wasserstand vertun. Mehr als ca. ungefähr 6 Kubik möchte man nämlich bei der persönlichen Erstbefahrung des Codi nicht haben. Bester Indikator für einen guten oder schlechten Wasserstand sind die anderen Paddler. Lauscht man in die Schlucht hinein, die nur wenige Meter nach der Einstiegs-Brücke beginnt, so kann man, bei gutem Wassertand, schon das Jauchzen und die Freudenschreie der anderen Paddler vernehmen. In diesem Fall sollte man sich schnellstens in die Paddelklamotten schwingen. Wenn hingegen die forschen Paddler schon nach zwei Kurven wieder aus dem Bach geklettert kommen, sollte man den Wasserstand noch einmal genauer betrachten. Denn viel zu wenig Wasser macht die zahllosen engen, verblockten Passagen des Codi zu echten Klemmstellen. Zu viel Wasser kann das Anhalten vor den Kernstellen zu einem wahren Glückspiel machen. Und auf dem Codi gibt es neben zahlreichen fairen, wunderschönen Stufen und Wasserfällen auch einige Stellen, die man als normaler Paddler nicht gerade befahren will. Wir haben bei unseren Codi-Abenteuern immer zwischen 3 und 6 Umtragen, je nach Wasserstand. Und trotzdem lohnt es sich jedes Mal aufs Neue das Codi-Abenteuer in Angriff zu nehmen.

Hat man sein Boot nach dem Codi-Abenteuer wieder sicher auf dem Autodach verzurrt geht es, am Rizzanese vorbei, wieder in Richtung Küste. Diesmal aber nicht zur Ost- sondern zur Westküste. Hier, ca. zehn Kilometer nördlich der größeren Ortschaft Propriano gibt es verschiedene Campingplätze direkt am Meer. Unser Lieblings-Platz, der Campingplatz „Chez Antoine“ ist ein gemütlicher kleiner Platz mit schönen Stellplätzen unter kleinen Oliven-Bäumchen. Da der Campingplatz direkt am Strand liegt kann man hier bei einem guten Glas korsischem Wein und einem Stück Käse mit Feigenmarmelade einen traumhaften Sonnenuntergang am Strand genießen.

Der zerstörte Klassiker – der Rizzanese

Doch nach all dem Kitsch muss schnell wieder gepaddelt werden. Hat man etwas Glück und den passenden Wind, so kann man an der Westküste locker einen Tag mit Brandungs-Surfen verbringen. Je nach gewähltem Strand wartet das Meer mit sanften bis nickeligen Wellen auf. Sollte mal wieder Flaute herrschen, ist dies aber auch kein Grund zum Trauern. Denn schon wartet ein weiteres Korsika-Highlight auf die Bezwinger steiler Meilen, der Rizzanese. Obwohl der Rizzanese einen Oberlauf bietet, auf dem es vor Wasserfällen und schweren Passagen nur so wimmeln soll, ist der leichtere, mittlere Abschnitte nach wie vor die Königsetappe dieses Flusses. Diese wunderschöne, faire Etappe bietet herrliches Wildwasser in einer traumhaften Schlucht. Viele Grundgesteins-Stufen, Rutschen und, natürlich, zwei Wasserfälle der Extraklasse (6 Meter, 10 Meter) zaubern dem sicheren Paddler ein Dauergrinsen zwischen die Ohren. Trotzdem sind die meisten Stellen nicht schwerer als Wildwasser IV, alles kann besichtigt, gesichert und ggf. umtragen werden. Nur das Umtragen der Schlüsselstelle, des zehn Meter hohen Rizzanese-Falls, soll angeblich nicht so einfach sein…

Nicht jeder wagt sich auf den mittleren Rizzanese – und das ist auch gut so. Aber der Rizzanese wäre nicht der Rizzanese hätte er da nicht noch ein Ass im Ärmel. Denn für die schwächeren Paddler hat dieser freudliche Fluss noch eine leichte Etappe drangehängt. Und da die freundlichen Bauarbeiter, die den Rizzanes gerade durch ein wahnsinniges Staudamm-Projekt zerstören, eine neue Straße zum unteren Einstieg des Rizzanese gebaut haben, entfällt auch das lästige, halbstündige reintragen in diese Etappe.

Wieder im Camp drehen sich die Themen am Lagerfeuer natürlich um den traumhaften Rizzanese - und um seine Zerstörung durch die Stromkonzerne. Doch es hilft alles nicht. Die Lobby der Naturschützer, der Paddler und der Einheimischen ist einfach zu klein um diesen Fluss und die Natur um ihn herum zu retten.

Taravo für Jedermann

Am nächsten Morgen kitzelt uns die Sonne aus dem Schlaf. Voller Vorfreude auf den nächsten Bach sitzen wir schon zeitig beim Frühstück. Der Taravo steht auf dem Schlachtplan für die nächsten Tage. Dieser schöne Fluss in einer tiefen, undurchdringlichen Schlucht, voll gestopft mit Macchia, Olivenbäumen und wilden Hausschweinen, führt eigentlich immer ausreichend Wasser. Auf drei Etappen bietet er für Jeden den richtigen Schwierigkeitsgrad. Im Unterlauf wartet er mit entspanntem Wildwasser III auf, aufgelockert durch einige schierigere Passagen – je nach Wasserstand. Die mittlere Etappe ist lang aber fair und bietet ebenfalls viel Wildwasser III mit ein oder zwei Passagen im vierten Grad. Die schönste und zugleich sportlichste Etappe ist allerdings der obere Taravo. Diese Schlucht bietet viele Stufen und Rutschen im vierten Grad. Nur eine Stelle, die meist umtragen wird, ist deutlich schwerer. Bei viel Wasser erhöhen sich die Schwierigkeiten auf dem Taravo. Doch der Taravo ist ein ausgewachsener Fluss der viel Wasser verträgt – auch bei leichtem Hochwasser sind alle Etappen noch gut fahrbar – natürlich mit der nötigen Wachsamkeit.

Eine letze Nacht verbringen wir im Camp bei Propriano. Wir lassen den letzen Abend an Rizzanese und Taravo mit einem leckeren Essen in Olmeto, einer kleinen Ortschaft in den Bergen, ca. zehn Minuten Fahrzeit von unserem Camp entfernt, ausklingen. Wildschwein oder Nudeln mit Broccio und zum Abschluss ein köstliches Kastanien-Tiramisu. Was will man mehr…

Richtung Ajaccio – Zwischenstopp Gravona

Am nächsten Tag steht Auto fahren auf dem Programm. Eigentlich wollen wir an der Küste entlang Richtung Ajaccio fahren um dann der Westküste weiter in Richtung Norden zu folgen. Hier warten Liamone, Cruzzini und Lizola auf eine Befahrung. Doch da es in der Nacht kräftig geregnet hat, biegen wir kurz vor Ajaccio noch einmal ins Landesinnere ab. Hier entwässert die Gravona die höchsten Berge der Insel. Und siehe da: der Regen hat seinen Soll erfüllt, die Gravona hat einen guten Wasserstand. Wir booten ein und finden uns auf entspanntem Wildwasser zwei und drei wieder. Erst nach ca. der Hälfte der Strecke wird es sportlicher. Zwei verblockte Stufen fordern unsere Aufmerksamkeit, dann wird es wieder leichter bis sich ein sechs Meter hohes Wehr in unseren Weg stellt. Nach diesem Wasserfallsimulator geht es auf leichtem Wildwasser dem Ende der Gravona-Tour entgegen.

Nach dem Paddeln fahren wir weiter bis nach Ajaccio. Ein kleiner Camingplatz oberhalb der Stadt soll für dieses Nacht unser Lager sein. Bei sternklarer Sicht blicken wir auf die Lichter der ehemaligen korsischen Hauptstadt bevor alle Lichter ausgehen und wir zart von Liamone und Lizola träumen.

Liamone und Co.

Am Einstig des Cruzzini sitzen wir in der Sonne und schauen in das trockene Bachbett. Ca. 30 wilde Hausschweine haben sich um uns versammelt und betrachten unsere Käsebrote. Aber in ihrem tiefsten Inneren trauern sie bestimmt mit uns mit. Denn der Cruzzini, normalerweise ein wunderschöner, relativ leichter korsicher Fluss, ist heute nicht zu befahren. Das würde zu sehr aufs Material gehen. Wir lassen uns also noch ein bisschen die Sonne auf den Bauch brennen bevor wir zum Campingplatz aufbrechen. Am nächsten Tag steht die Liamone auf dem Plan. Diese Fluss fließt durch eine tiefe Schlucht. Viele Stellen im vierten Grad wechseln sich mit einigen schwereren Passagen ab. Doch bei wenig Wasser ist alles nur halb so wild. Trotzdem ist immer wieder Vorsicht geboten, auch sollte man die Zeit nie aus dem Auge lassen. Für eine erste Befahrung der Liamone-Schlucht sollte man schon den ganzen Tag einplanen.

Da Cruzzinin und Liamone sehr wenig Wasser führen, sparen wir uns den Weg zur Lizola. Da werden wir in diesem Jahr kein Glück haben. Wir fahren also zurück zur Küste und entwerfen einen Plan für die nächsten Tage.

Eine Fango-Packung, bitte!

Von der Liamone folgen wir der Küstenstraße in Richtung Norden. Ziel des Tages ist Porto. In diesem schnuckeligen Ort gibt es einen großen Strand, an dem wildes Campen für eine Nacht scheinbar geduldet ist. Von hier aus zieht es uns am Abend in die nächste Pizzeria. Mit Blick auf das ruhige Meer genießen wir den milden Abend und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Da der Porto eh nur nach extremen Niederschlägen Wasser führt, schreiben wir diesen innerlich schon ab. Dafür planen wir eine kleine Wanderung ins Port-Tal ein. Hier führt ein kleiner Wanderweg durch die Macchia, kleine Wasserfälle und eine atemberaubende Schlucht mit einem glasklaren, leider nicht paddelbarem Porto begleiten die Wanderung.

Nachdem es in der Nacht ordentlich geregnet hat, entscheiden wir der Westküste weiter zu folgen und zum Fango zu fahren. Wir haben Glück, der Fango führt gerade ausreichend Wasser, dafür ist es glasklar und das rote Gestein kommt umso besser zur Geltung. Der Fango ist nicht sonderlich schwer, trotzdem ist er eines der Highlights auf unserer Reise.

Oberster Golo

Der oberste Golo ist ein traumhaft schöner Fluss im hauptsächlich vierten Schwierigkeitsgrad. Nur einige Stellen sind schwerer. Enge, verwinkelte Passagen wechseln sich mit Stufen und Schlitzen ab. Immer wieder bleibt Zeit um die Landschaft, den blauen Himmel und das glasklare Wasser zu genießen. Nach gut drei Stunden endet die Fahrt im Stausee von Calacussia. Wir laden die Boote auf das Auto und fahren den Golo runter in Richtung Francado. Auf unserem Weg kommen wir an der Scala die Santa Regina vorbei. Dieses Stück hat aber aufgrund der Ableitung nur bei sinnflutartigen Regenfällen ausreichend Wasser. Am Campingplatz „Campita“, dem traditions-Campingplatz auf Korsika, angekommen, genießen wir den letzen Abend unserer Korsika-Reise am Ufer des Golo. Am nächsten Morgen wartet schon die Fähre in Bastia, die uns in vier Stunden wieder zurück zum Festland, nach Livorno bringen wird.