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Zona Zero - biken im spanischen Aragón

Zona Zero - biken im spanischen Aragón

Die Zona Zero in der spanischen Region Aragón ist eine der abwechslungsreichsten Regionen für Trail- und Enduro-Mountainbiker in Europa. Das Trailnetz ist entstanden durch den Zusammenschluss ortsansässiger Unternehmen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die eingeschlafene Region mit Hilfe des Sports wieder zu beleben. Mit im Boot sind neben Campingplatz-, Hotel- und Pensionsbetreibern auch Bikeshops, Shuttleservices und auch eine ortsansässige Brauerei. So bietet sich uns heute eines der abwechslungsreichsten Trailgebiete für Mountainbiker vieler Könnenstufen.

Die Zona Zero ist allerdings nichts für Leute, die nicht bereit sind, sich auch mal zu quälen. Die Uphills über ruppige Feldwege sind teilweise zornig, besonders aber die Verbindungstrails, die aus mehrere Abfahrten eine tagesfüllende Enduro- oder Trailbike-Runde machen, fordern vor allem Ausdauer und Durchhaltevermögen. Aber auch die vermeintlich leichten Trails haben immer wieder sportliche Zwischenstücke zu bieten. Wer nicht bereit ist, sein Bike auch mal zu schultern, der schränkt seinen Bewegungsradius deutlich ein. Trails, die als Two-Way-Tracks, also als Trails beschrieben sind, die von beiden Seiten aus, bergauf wie bergab, befahren werden können, sind in der Regel in beide Richtungen nicht durchweg fahrbar. Hier muss streckenweise geschoben oder getragen werden. 

Belohnt werden die Anstrengungen in jedem Fall durch atemberaubende Ausblicke auf die Flüsse und Täler, aber auch auf die umliegenden, schneebedeckten Berge der spektakulären Pyrenäen. Und natürlich entschädigen die teils flowigen, teils technischen Abfahrten für alle Mühen.

Bike and Boat

Für uns Kajakfahrer bietet sich das Gebiet, das sich über die Flusstäler des Rio Ara, des Rio Cinco und Cinqueta bis hin zum Rio Esera erstreckt, ideal für die Kombination aus Kajak- und Mountainbike-Touren an. 

Genau wie die Trails sind aber auch die Flüsse eher ruppiger Natur. Ein Schuss Wasser ist für die Strecken im mittleren Schwierigkeitsgrad unabdingbar. Die Mountainbike-Strecken hingegen will man eigentlich eher staubtrocken. Die oft gerölligen Trails, die teilweise durchzogen sind von schrägen Grundgesteinsplatten, sind auch bei trockenen Wegverhältnissen teilweise schon rutschig genug, wobei man hier nicht verallgemeinern kann. Jeder von uns befahrene Trail war anders, die Region ist sehr abwechslungsreich. Das gilt auch für die Höhenmeter. In der Zona Zero können, zum Beispiel vom Campingplatz in Boltana aus, kurze Abend- oder Frühstücksrunden mit knapp über zweihundert Höhenmeter angegangen werden, genauso kann man Touren mit fünfhundert, tausend oder mehr Höhenmetern eigenständig erradeln.

Fast alle Trails sind eindeutig Trail- und Enduro-Bikern vorbehalten. Downhiller, die auf extra für ihre Bedürfnisse gebaute Trails spekulieren, kommen weniger auf ihre Kosten. Dazu fehlen Lifte, Sprünge sowie schön modellierte Anliegerkurven. Vielmehr besteht das Trailnetz aus alten Vieh- und Verbindungswegen, die für uns Biker wieder zugänglich gemacht wurden, künstliche Einbauten oder grobe Veränderungen sucht man vergeblich.

Ist nicht gerade Corona oder totale Nebensaison, so bieten sich einige Unternehmen in der Kleinstadt Aisa für Shuttlefahrten an. Im Ort gibt es außerdem Fahrradläden, Werkstätten und Sportgeschäfte.

 

Doch auch die kleinen Ortschaften wie Boltana oder Bielsa runden den vollkommenden Bike-Urlaub ab. Die mittelalterlichen Städtchen brauchen sich mit ihrem Flair nicht hinter Kultorten wie zum Beispiel Finale-Borgo verstecken und bieten eine feine Auswahl an Bars, Cafés und Restaurants. Vor allem eine üppige Auswahl guter Biere, auch vieler Craft-Biere, serviert mit deftigen Tapas, füllen die Reserven wieder auf oder belohnen für einen anstrengenden Tag auf dem Bike. Lediglich das deftige Abendessen haben die Spanier nicht erfunden. Verglichen mit der italienischen oder griechischen Küche muss man hier, entgegen der einhelligen spanischen Meinung, ein paar Abstriche in Kauf nehmen. Bei uns wird in Spanien überdurchschnittlich viel selber gekocht, die Auswahl in den Supermärkten ist oft verlockender als die in den Restaurants. Patatas Bravas oder andere Fritösengerichte gehen als Pausensnack aber immer rein ;-)

Bilder und Text: Christian