Nadja und ich waren bereits einige Male in Albanien. Nach 2010, 2013 und 2015 war unser Roadtrip 2026 allerdings der erste offizielle Kanuschul-Trip. Bei dieser Pilottour ging es uns, neben dem Paddeln auf den wunderschönen Flüssen des Landes, in erster Linie darum herauszufinden, wie gut das Bergland Albaniens mittlerweile mit normalen PKW zu bereisen ist. Denn bei unsere vergangenen Touren dominierten, neben den Flusserlebnissen, vor allem wilde Straßenabenteuer.
Unser Trip startete Mitte April 2026 im nordgriechischen Aoos-Vikos-Nationalpark. Am nächsten Morgen ging es dann über die Grenze nach Albanien. Nachdem das Internet im Zollbüro wieder funktionierte, waren wir auch schnell abgefertigt und es konnte zum ersten Bach gehen, zur Vjosa, die in den griechischen Bergen als Aoos entspringt.

Bilder oben: Ab über die Grenze und dann ins wunderbare albanische Vjosa-Tal. Die farbenfrohe, frühlingshafte Vegetation und die schroffen Berge sind wirklich unglaublich beeindruckend.


Bilder oben: Paddeln auf der Vjosa bei wirklich sehr schönem Wasserstand. Was man vom Auto aus nicht sieht: der obere Teil bis zur Ortschaft Permet bietet mehr spritziges Wildwasser, als man denkt! Es ist außerdem ein ganz wunderbarer Playrun.

Bilder oben: Schöner Campen. Kurz vor Permet und ideal als Ausstieg für die obere Etappe geeignet liegt der kleine aber liebevoll hergerichtete “Vjosa Rafting und Eco Camping” Nach dem Einchecken gab es erst einmal von der Besitzerin des Platzes ein Glas Rotwein aufs Haus – lecker – und repräsentativ für die Gastfreundschaft der Albaner und Albanerinnen.

Bilder oben: Zwischenstopp in Permet. Albanische Kuchen sind alles, nur nicht kalorienreduziert! Der Blick auf die Vjosa, die direkt an der Stadt entlang fließt.



Bilder oben: Nach dem zweiten Paddeltag auf der schönen aber leichten Schluchtstrecke der Vjosa unterhalb von Kelcyra kommen wir auf dem kleinsten Campingplatz unter, auf dem wir je waren. Hier wurden wir nicht nur super nett beherbergt und sogar lecker bekocht, wir konnten auch gleich die Funde einer wahren Sammelleidenschaft begutachten. Der Campingplatz glich teilweise einem Freilichtmuseum…


Bilder oben: Von der Vjosa ging es über die sich gerade im Bau befindliche Panorama-Straße von Kelcyre nach Berat zum berühmten Osum-Canyon. Nächstes Jahr wird die Straße wohl vollends fertig gestellt und auch die letzten 15 der 65 Kilometer asphaltiert sein. Im Kiesbett des Osum errichteten wir ein entspanntes Wildcamp direkt am obersten Einstieg zum Canyon.


Bilder oben: Einfach nur schön: der Osum-Canyon ist wohl die längste zusammenhängende Klamm, die wir je gepaddelt sind. Aber das Wildwasser ist entspannt und es gibt immer etwas zu gucken! Langeweile kommt ganz sicher nicht auf.


Bilder oben: Ab nach Norden. Mit einem Zwischenstopp am Meer geht es für uns vom Osum-Canyon zur wunderbaren Valbona.





Bilder oben: Die Valbona ist einer der absoluten Klassiker Albaniens. Der Fluss hat alle Spielarten des Wildwassers zu bieten, von WW II bis WW VI. Wir haben vor allem den Playrun der unteren Valbona genossen und ein Teil der Gruppe hat sich in den wilderen WW III-IV-Katarakten auf der Mittleren ausgetobt. Die ganz steilen Zwischenstücke haben wir ausgelassen. Nach drei Paddeltagen in diesen super schönen Teil der “Albanischen Alpen” ging es für uns per Fähre über den Drin-Stausee weiter in Richtung Shkodra.



Bilder oben: Nach der Fährfahrt und der kurzen Autofahrt nach Shkodra, ließen wir die albanische Wildwasser-Hauptstadt links liegen und düsten direkt weiter zum Cemit, um die letzten zwei Tage im glasklaren Wasser auf der wunderbaren WW-III-Strecke direkt vor der montenigriischen Grenze zu verbringen. Ein Fluss mehr mit abwechslungsreichem Wildwasser in einer wahnsinnig schönen Schlucht!
Fazit: Der Albanien-Roadtrip hat uns und allen Beteiligten wahnsinnig gut gefallen. Die Flüsse, die Menschen, die kleinen aber liebevoll hergerichteten Camps entlang der Flüsse und auch die Option, immer wieder mal wild in der Natur zu campieren, haben uns schlichtweg begeistert. Das Reisen im Land war außerdem extrem entspannt. Die Albanier sind zum größten Teil zuvorkommende und relaxte Autofahrer. Außerdem wurde in den letzten 12 Jahren wirklich viel an der Infrastruktur im Land getan. Zwar sind die kürzesten Strecken zwischen den Flusstälern immer noch echten 4×4-Fahrzeugen vorbehalten, das Fahren über die Haupt- und Nebenstraßen ist mit normalen PKW aber wirklich kein Problem mehr. Gerade auch die Straßen im Norden sind in einem hervorragendem Zustand.
Wir freuen uns auf den Balkan Boogie Teil II, der uns im Frühjahr 2028 nach Nordalbanien und Montenegro führen wird!
Miropafshim!
